- Wenn Sie Ihren Angehörigen
in der Klinik, auf der Intensivstation, im Pflegeheim oder in häuslicher
Umgebung besuchen und sich ihm nähern, bleiben Sie bitte stets
gewahr, daß Ihr Angehöriger ein Mensch ist, der, solange
er lebt, empfindsam ist gegen über alledem, was mit ihm gemacht
wird und was andere über ihn reden mögen.
- Gestalten Sie Ihren Umgang mit Ihrem Angehörigen so, daß Sie
sich versichern, ihn nicht geschmerzt, verletzt oder gar gekränkt
zu haben, das heißt
- seien Sie möglichst einfühlsam, behutsam und liebevoll.
Dies fördert das notwendige Vertrauen.
- Vermeiden Sie ein Kneifen, Necken oder unangenehmes Stimulieren.
- Machen Sie keine herablassenden Bemerkungen am Krankenbett;
versuchen Sie auch zu vermeiden, daß andere dies tun.
- Versuchen Sie, Ihren Angehörigen nicht mit Ihren Sorgen und
Angstgefühlen zu belasten. Sprechen Sie statt dessen vorher
mit anderen Menschen, Schwestern oder Ärzten, die bereit sind,
Sie anzuhören und zu entlasten, bevor Sie einen Besuch machen.
Versuchen Sie, gefaßt und optimistisch zu wirken, indem
Sie in jeder Situation die positiven Momente hervorheben und
beachten.
- Begegnen Sie Ihrem Angehörigen mit warmen, positiven Gefühlen
auch dann, wenn Sie sich nicht sicher sind, oder daran zweifeln,
daß sie gespürt werden.
- Versuchen Sie, Ihrem Angehörigen positive Gefühle entgegen
zubringen, indem Sie sich anregend, förderlich und nicht
resignativ verhalten.
- Versuchen Sie, mit Ihrem Angehörigen wieder in einen
engen, liebevollen Kontakt zu kommen und ihm dabei Angebote
zum Dialog zu machen.
- Bringen Sie viel innere Kraft und vor allem viel Zeit mit.
Den gesamten Text finden Sie auf der Homepage von Dr. Andreas Zieger,
Neurologe, als PDF-Format abgespeichert. Informationen und
Hinweise für Angehörige von Schädel-Hirn-Verletzten
und Menschen im Koma und Wachkoma (sog. apallisches Syndrom), Andreas
Zieger, 9. Auflage, Oldenburg: Eigenverlag 2004
Quelle:
Andreas Zieger: Informationen und Hinweise für Angehörige von Schädel-Hirn-Verletzten
und Menschen im Koma und apallischen Syndrom, 9. Auflage, Oldenburg: Eigenverlag
2004
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